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 Ich bin der Wald, ich bin uralt
Ich hege den Hirsch, ich hege das Reh
,
Ich schütz euch vor Kälte
Ich schütz euch vor Schnee
Ich wehre dem Frost
, ich wahre die Quelle
Ich hüte die Scholle
, ich bin immer zur Stelle
Ich bau Euch das Haus
, ich heiz Euch den Herd
Darum Ihr Menschen, haltet mich wert.

(Verfasser unbekannt)

Der Tharandter Wald ist der größte zusammenhängende Wald Deutschlands und eines der schönsten Naherholungsgebiete in Sachsen. Mittelpunkt dieses alten, baumreichen Forstes ist die Waldsiedlung Grillenburg, die sich auf einem hügelartigen Gelände ausbreitet. Vermutlich reichen die geschichtlichen Anfänge dieses heute als "Sommerfrische" beliebten Waldortes weit in die Vergangenheit zurück.

1156 gibt Markgraf Otto die Anweisung zur Rodung und Besiedlung des heutigen Freiberger Gebietes. Bergleute, Bauern und Mönche gingen in der Folgezeit unserem heimatlichen Wald mächtig zu Leibe.

Erst im 16 Jh. kümmerten sich die Kurfürsten um die Erfassung des Waldbestandes, um die Erhaltung und Markierung des kurfürstlichen Waldes. Kurfürst Moritz bestimmt 1543 die Taxierung und die Kartographierung des Tharandter Waldes. Ab 1555 begann man Rainensteine als Markierung zu setzen, diese wurden in den Jahren 1740, 1838, 1781 neu geordnet. Kurfürst August III. erlegte hier einen 28 - Ender und zum Gedenken an diese besondere Trophäe entstand eine Jagdsäule. Das Bestreben der sächsichen Fürsten, in der Nähe Dresdens ein ergiebiges Jagdgebiet zu haben, mag der Hauptgrund gewesen sein, daß uns der Tharandter Wald erhalten geblieben ist.

Der Holzverbrauch stieg von 1300 bis 1730 sehr stark an, es wurde ein Raubbau am Wald betrieben. So verbrauchte man in einem 1/4 Jahr 5.377 Wagen Holzkohle. Der Freiberger Bergbau und die Schmelzöfen der Erzhütten verbrauchten diese Unmegen von Holz. Nach 1750 wurde begonnen die Fichte als Monokultur anzupflanzen und damit den Misch- bzw. Laubwald allmählich zu verdrängen.