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ls sich vor langer Zeit in dem Tale die ersten Ansiedler einfanden, sah es hier sehr wenig wohnlich aus. Die Talebene, die ein kleiner Bach durchfloß, war mit Erlengebüsch bewachsen, das von mächtigen Baumriesen überragt wurde. Aber vor der Axt der Siedler mußten sie ihre alten Häupter neigen. Bald reihte sich an der linken Seite Gehöft an Gehöft. Sie bebauten das jungfräuliche Rodeland und fanden außerdem lohnenden Verdienst in den nahen Silbergruben um Freiberg.

 

 Was noch fehlte, war ein Gotteshaus.

 

Ein solches zu besitzen war ein längst gehegter Wunsch. Den Berg, auf dem heute die Wirtschaft Nr. 88 steht, hatte man sich als Standort der Kapelle ersehen. Unter großen Schwierigkeiten wurden schwere Steinblöcke und andere Baumaterialien auf die Höhe gebracht. Der Grund wurde gegraben, und der Bau schritt anfangs rüstig fort. Als aber das Mauerwerk zu einer gewissen Höhe gekommen war, da "hunzte" es an allen Ecken und Enden. Und als eines Morgens die Bauleute ihr Werk fortsetzen wollten, sahen sie zu ihrem großen Schrecken, daß der "Böse" ihre ganze Arbeit vernichtet hatte. Das Mauerwerk war niedergerissen, und die größten Steine den Berg hinabgekollert. Wohl ließ man sich anfangs nicht abschrecken, als man aber jeden Morgen von neuem beginnen mußte, baute man das Kirchlein auf die Stelle, an der es heute steht. Die vom "Bösen" über den Berghang verstreuten Steine ließ man liegen.

Der sagenhafte erste Kirchbauplatz heißt im Volksmunde die Hunzkapelle (Hundskapelle). Noch vor ungefähr 40 Jahren lagen im Garten des erwähnten Grundstücks mächtige Granitblöcke umher.